Kesselhaus.

text. ned ransom | grafik: therese haller | design. carina meyer-broicher

text. ned ransom | grafik: therese haller | design. carina meyer-broicher

Chemical.

Der Bass stampft, Stroboblitze lassen meine Augen blinzeln - oder der Kerl vor mir, die Blonde neben ihn, an ihm und er fast schon in ihr. Zumindest mag ich mir das grad vorstellen, werde weggetragen vom treibenden Druck auf meiner Brust des wummernden, tiefen Tones. Der Soundtrack meiner Gedanken - diesmal dringt er von außen in mich. Hey Boy Hey Girl. Genau das ist hier gerade los, ich mittendrin. Gleite weiter im Halbdunkel der sich an mich heftenden Blicke. Näher kommend, direkt auf mich zu - fast mitten in mir fühlend. Die Hand, die sich an meine Taille legt, die zweite, die mich an der Hüfte drückt - nur spürbar, unsichtbar und nur vermutend, wer er sein könnte, ziehe ich die Hand langsam nach vorne auf meinen Bauch und nehme wahr, wie die Person mir immer näher kommt und ich spüre, wie sie sich genüsslich an meinen Hintern drückt. Diese Hände, die ich nun langsam weiterführe an mir. Ich betaste mich mit ihnen, auf mir. Gleite langsam nach oben, nach weiter unten.
Yeah.

The Chemical Brothers: Hey Boy Hey Girl.

Sei dabei. Tauche ein.


Kesselhaus_Flyer_2015_vorneInnerer Monolog III.

Eine Welle der Freude holt mich ein und überspült mich.

Unendlich schön... Angezogen Ausgezogen Hochgezogen Hängend, eine fokussierende Iris in meinem Blickfeld. Der warme Atem eines anderen über meine Schultern streifend. Die Berührung hinter mir spürend, jedoch unwissend, wer oder was mich da berührt, mich schaudert. Aufwühlt. Berührt, nicht nur tastend, nicht penetrierend, trotzdem in mir. Soll ich weinen? Soll ich schreien? Kann beides nicht, nur spüren. Die Augen geschlossen fühlt sich alles an mir und in mir warm an, wärmend, mich aufwühlend. Die Welle kommt, ich sehe sie, wie sie sich vor mir aufbaut. Vor meinen Augen türmt sie sich auf, diese glatte Form, nach oben gewölbt. Diese glitzernde Kraft, die mich mitreißen wird, so winzig bin ich. Die weiße Gischt kann ich förmlich salzig riechen, wie sie sich mir nähert und meinen Horizont des inneren Auges in voller Breite einnimmt und nun über mir ist. Ich sehe die Wölbung des Wassers im Inneren der Woge, die glasklare Struktur und Reflexion des Himmels darin. Das Wasser, das sich an der Spitze des Bergs vaporisiert und Augen tränen lässt und doch bleischwer. Die Augen meines inneren Filmes schnell geschlossen und schon zieht sie mich mit einem gewaltigen Ruck nach hinten, schleudert mich zurück, schließt mich ein, dreht mich, zerrt an mir, lässt mich schweben.

Schweben. In meiner inneren Stille. In meiner inneren Woge, die sich in mir ergossen hat. Getragen von dem Gefühl, kraftvoll gehalten zu sein, vertrauensvoll hingegeben und unendlich genießend.
Unendlich schön.

Sei dabei. Tauche ein.


Kesselhaus 2014

text. ned ransom | design. mike gerharz

Innerer Monolog II.

"So viele Geschichten, so viel im Kopf…" – Gedanken kreisen, konzentrier Dich wieder, lenk Dich ab.

OK. Jetzt bin ich wieder im Tagesthema, sehr gut. Neutral nüchtern und langweilig kühlend im Hirn. „Rufst du noch Herrn Mayer zurück“ hilft mein Kollege, mich nüchtern zu halten. „Hatte ich beinahe vergessen, danke Dir“ höre ich mich sagen, starre wieder in den Screen, stelle den Telefonhörer, der sich noch in meiner Hand befindet zurück auf den Schreibtisch.

Starre weiter, die Augen schleichen mir unbewusst abermals weg vom gewollten Sehen. Hin zu mir eben Wichtigerem. Schon schiebt sich die Aufregung, der gerade erlebte Blick ins Bewusstsein zurück. Da ist nix mit nüchtern.

Die Gänsehaut, die sich leicht über den Arm zieht, oder doch eher meine Schenkel zusammenpressen lässt. Warm, wärmer, nun meine Beine übereinander gefaltet. Versuch gescheitert, bringt nix: Kribbeln immer noch da. Na gut. Konzentrier dich auf was anderes. Klappt nicht. Meine Hand ist ohne mein zutun genau da, wo es mir spannend wird.

Die geile Sau will nicht aus meinen Kopf raus. Dann lass ich die Hand da. Und bleibt wie die Vorfreude, in mir. Mit Dir.


Kesselhaus2013

text. ned ransom | design. mike gerharz

Innerer Monolog.

"So viele Geschichten, so viel im Kopf…" -
schnaubte er mich an. Okay okay. Dann halt weniger. Weniger ist mehr, so sagt man ja auch immer.

Aber bringt mir das was? Ich geh ihm halt ausm Weg. Obwohl ich gerne das Funkeln, nein eher das Aufblitzen der Erinnerungen in seinen Augen sehe. Wenn er viel im Kopf hat. Und mich daran teilhaben lässt. So erinner ich mich dann tatsächlich an den Panther von Rilke. Von wegen der Vorhang, der dann aufgeht. Aber jetzt kapier ich das auch, was damals in der 7. Klasse bei mir nie hängen bleiben wollte.

Wow.

Bin ich jetzt alt, oder find ich es einfach nur etwas geil, wenn ich eben dieses Funkeln erlebe? In den Augen. Und kribbeln. Nervös. Die Gänsehaut, die sich leicht über den Arm zieht, oder doch eher meine Schenkel zusammenpressen lässt. Wow. Warm, wärmer, meine Beine übereinander gefaltet. So ists brav. Nein. Kribbeln immer noch da. Na gut. Konzentrier dich auf was anderes. Klappt nicht. Meine Hand ist ohne mein zu tun genau da, wo es mir spannend wird.

Wow.

Die geile Sau will nicht aus meinen Kopf raus. Dann lass ich die Hand da. Bis er wieder kommt. Und scheiss aufs aus dem Weg gehen. Wozu auch. Oh. Gar nicht gecheckt, dass er gar nicht weg war. Nur nicht bemerken wollend.

Wow.


Kesselhaus2012

text. ned ransom | photo. SPO | composing. mike gerharz

ZwölfterFünfterZwölf: SubRosaDictum im Kesselhaus...

...summt sie immer wieder. Vor und zurück. Palindrom? Von hinten und von vorne. Diese Vorstellung gefällt ihr besser als das Fachgeplänkel. Obwohl Geplänkel mit ihm letztes Mal auch gar nicht so schlecht war.

ZwölfterFünfterZwölf...

...er denkt an beides: von hinten und von vorne. Wie scharf war das denn?
Sie in der lauen Frühsommernacht gerne irritiert von seinen doch so geradlinigen Gedanken. In ihrem Outfit. „Yes!“ denkt sie bei sich, im Augenwinkel andere interessierte Blicke registrierend.
„Palin... - was?“ hat sie ihm ins Ohr gestöhnt, vielleicht auch ein bisschen zu süß. Da sollte er mal nochmal nachfühlen, damit ihre Stimme etwas intensiver wird.

Um die beiden dreht sich einiges - vieles:
Shiny. Lasziv. Latex. Fetisch. Drüber. Drunter. Dreckig. Gierig. Feucht. Leder. Dom. Sub. Zucht. Devot. Sklave. Drecksau. Farbenrausch. Vamp. Extrovertiert. Drag. Gay. Bunt. Hingucker: All dressed up.

Kühlende Drinks. Spannende Spielbereiche.
Räume im Raum: Dunklere: leiser&bespielbar. Play, dark und chill. Hellere: lauter & tanzbar. Beweg Dich.
Entspannende Möblierung. Viel zu sehen. Freunde treffen.


Facebooktwittergoogle_pluspinterestrssyoutubeinstagramFacebooktwittergoogle_pluspinterestrssyoutubeinstagram