Der geheime Garten. 2014.

Ich liebe es, wenn du dich an mich schmiegst. Ein kurzer Kick, meine rechte Hand hat dich schon fest umschlossen.
Mein Handgelenk bewegt sich leicht nach unten und schon schnurrst du. So mag ich dich, Babe.
Fahrtwind kühlt mich und mein Kribbeln. Asphaltflimmern lasse ich hinter mir und biege ein in die Allee.
Mein Helm. Rote Lippen. Schlagschatten. Perfekt gestylt. Leicht in mich hinein lachen muss ich ja schon,
wenn ich die an mir vorbeiziehenden Gesichter sehe… Schwarz. Roar. Baby. Yeah. Ja da staunt ihr. Und das Vibrieren der Sitzbank direkt an mir.
Na ja, kalt lässt mich das nicht. Zwei Babes on the road, gar nicht so schlecht, mein eigenes kleines Roadmovie.
Alles ist poliert, ich von Kopf bis Fuß: das was ich trage. Poliert nicht nur die Außenhülle. Innen ich.

Mein Moped, Helm, Handschuhe, Suit, Stiefel: Glänzend in der untergehenden Sonne.
Soll ich noch ’nen Abstecher machen und mich zum Miauen bringen lassen? Wobei bestimmt schon viele da sein werden,
dort werde ich viel mehr miauen können. Und schnurren. Kratzen und Beißen gerne auch. Yes. Mir soll’s recht sein,
ein wenig bluten darf’s auch mal. Ich werd‘ euch schon nass machen, so oder so immer ’ne nette Überraschung, viele Säfte abzukriegen.
Die Gedanken fliegen in mir wie die scheinbar unverwurzelten Grashalme, die neben mir her wogen, Delphine, die mich begleiten,
in die Sommerhügel abdrehen. Wellen aus Mohn, Gras, Korn und Luft dazwischen. Rhythmisch der Beat wie mein Herzschlag: Ich flieg durch Raum und Zeit.
Meine Gänsehaut ist mein Federkleid. It hurts so good. Der Kies knirscht unter den Reifen, als ich die Abfahrt nehme,
die im Rückspiegel schwebenden Bäume zurücklassend. Die Luft wird frischer, als ich den immer dunkler werdenden,
sich windenden Weg entlang cruise. Allmählich hilft nur noch der runde, helle Kreis meines Scheinwerfers, der nur andeuten kann, wo es lang geht.

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