Der geheime Garten. 2015.

Die automatische Straßenbeleuchtung hat die Oberhand über die Abenddämmerung gewonnen, was weniger romantisch zu sein scheint,
dennoch genieße ich die an mir vorbeiziehenden Straßenlaternen, die sich in den Scheiben der parkenden Autos spiegeln.
Das Fenster leicht geöffnet, um nicht mein Styling zu berühren oder gar zu verändern durch den warmen Luftstrom, der in diese Limousine wirbelt.
Sonne auf meiner Haut, gerade noch im See gebadet, gerade noch gefreut, gerade noch die Whats App getippt: „Bin gleich da“.
Jetzt eher nervös, kribbelig in mir. Die Katze noch schnell streicheln, bevor es an der Türe klingelt und mein edler Transfer bereitsteht.
Ich streife mit meinem Zeigefinger unter meiner Nase entlang, den Geruch des heutigen Tages einsaugend, genießend ob des Wissens,
dass dieser noch lange nicht zu Ende ist. Die Nacht schmiegt sich an diesen Tag, und die passt genau dazu.
Schmiegt sich fast wie das Yang an seinen anderen Part, und genau das will ich so.

Mein Chauffeur in meinem tollen Gefährt biegt nun links in die Einfahrt, die ich schon erkenne. Meine Hände, wie zum Gebet aneinander gepresst,
spannen sich an und wissen wie ich, dass es nur noch wenige Meter sind, bis mein Zielort erreicht ist. Ich atme in meine Hände, schließe die Augen,
lächle, erkenne fast den süßen Duft von Dir an mir. Die gläsernen Häuser zur Linken tauchen aus dem rötlichen Dämmerlicht auf und ich weiß, dass ich da bin.
Die Türe wird geöffnet, meine Hand geführt. In Zeitlupentempo rechts und links zwischen den Glashäusern entlang schreitend und hoffend, was mich erwartet.
Nein besser: wissend. Und das schmiegt sich fest an meinen Tag: diese große Nacht. Mit Dir. Für Dich.

 

 

 

 

 

 

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