Der geheime Garten. 2017.

Ich öffne meine Augen. Mein gläserner Blick erkennt im Spiegel aus dem dunklen seine Hand,
die den Reissverschluss langsam meinen Rücken hochzieht und den Schweisstropfen im grüngoldenen Latex ersterben lässt.
Mein Herz pocht. Es ist so weit. Lange mussten wir darauf warten.

Strassenlaternen eilen in sanftem Lichtkegel namenlos an mir vorbei. Der laue Sommerwind streichelt mein Gesicht.
Meine Anspannung weicht nach und nach jener Leichtigkeit, mit der ich bald meine Freunde und Liebsten sehen werde.
Meine Hände suchen das hauchdünne Latex, will begehren, will fühlen, will spielen, will Königin sein und Du mein Sklave der Lust.

Der Wagen hält, ich steige aus. Ich schreite über kühlendes Gras unter sanft wiegenden Palmenblättern hindurch.
Leise plätschert der Brunnen und irgendwo her vernehme ich indische Flötenmusik gepaart mit sanften Beats, die einen seichten Tranceteppich bilden,
die dem farbenfrohen Lichtbild inmitten dieses Gartens Vollendung schenken. Sündhaft glänzendes Latex,
was an unbekannte Blüten aus einem fernen Universums erinnert, strenges Leder der edlen Herrschaften und ihres Gestüts und all die Kinder
der Nacht in ihren fantasievollen, frivolen Bekleidungen schärfen meine Sinne und stimmen mich immer mehr auf die Nacht ein.

Leise kichernd tippeln Maikos und Geishas in hauchdünnen Seidenkimonos an mir vorbei und verführen mich sogleich hinter
den papierenen Wänden mit ihrem Schattenspiel kunstvoller Verschnürung. Ich streiche kurz mein Latex glatt, schreite in die Glashalle,
wo zuckende Blitze und tiefe Bässe mich umgehend meinen Träumereien entreissen um mich in der lustvollen Realität willkommen zu heissen.
Es hat begonnen…

 

 

 

I open my eyes. My glassy gaze realizes his hand coming out of the dark in the mirror,
closing the zipper in my back very slowly and a drop of sweat dying away on the green golden latex.
My heart beats. The time has come. We were waiting a long, long time for this.

Smooth light cones of nameless street lights hurry by. The warm summer wind caresses my face.
By and by my tension gives way to the easiness meeting my friends and my sweethearts soon. My hands seeking for the waver-thin latex,
want to desire, want to feel, want to play, want to be queen and you my slave of lust.

The car stops and I get out. I step over the cooling grass beyond soft moving palm leaves.
Somewhere a fountain is splattering faintly and Indian flute music paired with soft beats forming a smooth carpet,
which presents a crowning achievement together with the colourful light paint midst this garden.

Sinful shining latex which reminds of unknow blossoms from a distant universe,
severe leather from noble dominions and their studs and all the children of the night in their fanciful,
frivolous apparel refines my senses and introduce me more and more into the night.

Low giggling Maikos and Geishas traipsing in extremely thin silk kimonos by and seduce me immediately behind the
paper walls with their shadow play of artful lacing. I quickly smooth my latex, pace into the glass hall,
where strikes of lightning and deep basses snatch me from my dreams and welcomes me in the lustful reality. It has started…

 

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