Kesselhaus. 2013.

Innerer Monolog.

„So viele Geschichten, so viel im Kopf…“ –
schnaubte er mich an. Okay okay. Dann halt weniger. Weniger ist mehr, so sagt man ja auch immer.

Aber bringt mir das was? Ich geh ihm halt ausm Weg. Obwohl ich gerne das Funkeln, nein eher das Aufblitzen der Erinnerungen in seinen Augen sehe.
Wenn er viel im Kopf hat. Und mich daran teilhaben lässt. So erinner ich mich dann tatsächlich an den Panther von Rilke.
Von wegen der Vorhang, der dann aufgeht. Aber jetzt kapier ich das auch, was damals in der 7. Klasse bei mir nie hängen bleiben wollte.

Wow.

Bin ich jetzt alt, oder find ich es einfach nur etwas geil, wenn ich eben dieses Funkeln erlebe? In den Augen.
Und kribbeln. Nervös. Die Gänsehaut, die sich leicht über den Arm zieht, oder doch eher meine Schenkel zusammenpressen lässt.
Wow. Warm, wärmer, meine Beine übereinander gefaltet. So ists brav. Nein. Kribbeln immer noch da. Na gut. Konzentrier dich auf was anderes.
Klappt nicht. Meine Hand ist ohne mein zu tun genau da, wo es mir spannend wird.

Wow.

Die geile Sau will nicht aus meinen Kopf raus. Dann lass ich die Hand da. Bis er wieder kommt.
Und scheiss aufs aus dem Weg gehen. Wozu auch. Oh. Gar nicht gecheckt, dass er gar nicht weg war. Nur nicht bemerken wollend.

Wow.